Licht-Prognosen & 3D-Sichtlinien
So planst du das perfekte Motiv unter Berücksichtigung von Topografie und Wetter.
Ein intensives Morgen- oder Abendrot (Alpenglow) erfordert ein ganz spezielles Wetterfenster, das oftmals hunderte Kilometer vom eigentlichen Standort entfernt liegt. Zudem nutzt das schönste Licht nichts, wenn ein Berg im Weg steht. Genau dafür wurden die Analyse-Werkzeuge auf regio.photography entwickelt.
So startest du ein Werkzeug
Alle Werkzeuge findest du in der Leiste auf der Karte: Werkzeug anklicken, dann den Ort auf der Karte wählen. Mit Escape oder "Abbrechen" brichst du ab. Die Leiste kannst du an ihrer Kopfzeile verschieben und über den Pfeil einklappen, ein Doppelklick auf die Kopfzeile bringt sie an ihren Platz zurück. Alternativ öffnet ein Rechtsklick auf die Karte (am Handy langes Drücken) ein Menü mit denselben Werkzeugen.
1. LUX. Licht- und Wettervorhersage
Wähle in der Werkzeugleiste "☀️ Licht" und klicke auf den gewünschten Ort. Der Server analysiert nun die Daten der nächsten Tage für dich:
- Licht-Score: Der Algorithmus berechnet den geometrischen Sonnenstand und vergleicht die lokalen Wolken (niedrig/mittel) mit den Wolken weit hinten am Horizont der Lichtachse. Ein hoher Prozent-Score bedeutet eine hohe Wahrscheinlichkeit für brennendes, dramatisches Licht.
- Das "Wahre Licht": Steht ein Berg im Osten, wird das Licht erst viel später in das Tal fallen, als es die Standard-Sonnenaufgangszeit vermuten lässt. LUX zieht dafür ein 3D-Geländemodell heran und warnt dich im Dashboard minutengenau vor dieser topografischen Verzögerung.
- Astro & Kp-Index: Für Nachtfotografen wird die Mondphase, der Bewölkungsgrad in der Nacht und der Kp-Index (wichtig für Polarlichter) berechnet. Nutze zusätzlich die "NASA Black Marble"-Ebene im Layer-Menü, um die Lichtverschmutzung (Light Pollution) einzublenden!
- Nebel & Drohne: Zusätzliche Indikatoren warnen vor gefährlichen Windböen in Flughöhe oder deuten auf morgendlichen Frühnebel (Inversion) im Tal hin.
2. Line-of-Sight (LOS) Simulation
Bevor du stundenlang auf einen Berg wanderst, solltest du prüfen, ob dein Motiv von dort aus überhaupt sichtbar ist. Das LOS-Werkzeug simuliert exakte Sichtachsen im 3D-Raum. Wähle in der Werkzeugleiste "🔭 Sichtlinie" und klicke auf den Standort deiner Kamera.
- Kamera & Setup: Wähle deinen Kamerasensor (z.B. Vollformat, APS-C) und deine Brennweite. Die Karte zeichnet nun in Echtzeit das exakte Sichtdreieck ein.
- Ziel-Fokus: Klicke auf dein gewünschtes Motiv. Es erscheint eine Schnittlinie. Der Algorithmus schießt nun virtuelle Laserstrahlen (Raycasting) zwischen deiner Linse und dem Ziel ab.
- Hindernis-Analyse: Befindet sich ein Berg, ein Hügel oder Wald in der direkten Sichtlinie, wird die Linie rot eingefärbt. Auf der Karte wird dir exakt der Ort des Hindernisses markiert und du siehst sofort, in welcher Entfernung und Höhe das störende Objekt liegt.
- Wald & Bäume: Im Dropdown "Terrain-Simulation" kannst du von "Schnell" auf "Komplex" schalten. Dann berechnet das System zusätzlich globale Walddaten in die Höhe der Hügel mit ein!
Tipp zur Augenhöhe:
Du kannst im LOS-Menü die Kamera-Höhe einstellen (Standard 1.7m). Nutzt du eine Drohne? Stelle den Sensor auf "1-Zoll" und schiebe die Kamerahöhe einfach auf 80 oder 100 Meter, um zu prüfen, ob die Drohne von Startpunkt A das Motiv B über die Bäume hinweg sehen kann!
3. Peilung
Mit "📏 Peilung" legst du eine Richtung fest: Erst den Startpunkt anklicken, dann das Ziel. Der markierte Abschnitt ist durchgezogen, gestrichelt läuft die Linie auf demselben Kurs weiter, bis sie 200 km vom Start entfernt endet. Die Erdkrümmung ist im Verlauf der Linie berücksichtigt. Die Linie sagt aber nichts darüber aus, ob du den Punkt auch sehen kannst, dafür ist die Sichtlinie da.
- Anpassen: Beide Endpunkte lassen sich ziehen, Kurs und Entfernung laufen mit.
- Mehrere Linien: Du kannst beliebig viele Peilungen anlegen. Das ✕ neben dem Wert löscht genau diese Linie.